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Vorbericht Union gegen Nürnberg

Google Pixel Frauen-Bundesliga · 7. Spieltag
Vor dem Spiel

Vorbericht Union gegen NürnbergEin Gegner zwischen alter Stärke und neuer Idee

Nach dem 4:0 in Stuttgart kehrt Union mit Rückenwind an die Alte Försterei zurück. Gegen den 1. FC Nürnberg wartet allerdings ein Gegner, dessen Tabellenplatz nur einen Teil der Geschichte erzählt. Der Club versucht unter seinem neuen Trainer Omar Adlani, sein Spiel zu verändern – ohne dabei seine größte Stärke vollständig aufzugeben.

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69024e93 4da2 4b10 bc9c1. FC Union Berlin vs. Nürnberg6bf8a2f6 8613 4e6a bfbe 7dd8eaba8845?ts=0&s=eTd1hXaRNl VNVlfCsNhiG
Sonntag18. Oktober 2026
Anstoß14:00 Uhr
Stadion An der Alten FörstereiBerlin
SchiedsrichterinLara Wolf (Eintracht Sengwarden | Niedersachsen)
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Analyse

Die Ausgangslage

Der Club wartet nach sechs Spieltagen noch auf seinen ersten Bundesligasieg. Zwei Punkte stehen bislang zu Buche. Dabei waren die Leistungen teilweise besser als die Ergebnisse: In Frankfurt holte Nürnberg ein 1:1, gegen Stuttgart führte die Mannschaft sogar 2:0 und später 3:2, ehe in der Schlussphase noch das 3:3 fiel. Gegen Leipzig verlor der FCN nur 1:2.

Deutlicher wurden dagegen die Grenzen gegen Wolfsburg und Hamburg sichtbar. Beim 2:8 zum Auftakt führte Nürnberg zunächst 2:0, in Hamburg setzte es ein 1:5. Zuletzt reichte auch eine 1:0-Halbzeitführung gegen Hoffenheim nicht: Nürnberg verlor 1:2.

Das macht den Club schwerer einzuordnen, als es der Tabellenplatz vermuten lässt. Nürnberg kann Gegnern wehtun. Die Mannschaft hat bislang aber Schwierigkeiten, diese Phasen über 90 Minuten zu kontrollieren.

Für Union stellt sich deshalb eine andere Aufgabe als zuletzt in Stuttgart: Kann die Mannschaft nach einem überzeugenden Auswärtsspiel nun selbst ein Spiel bestimmen, in dem sie möglicherweise häufiger den Ball haben und Lösungen gegen einen kompakteren Gegner finden muss?

Wie spielt Nürnberg?

Unter Omar Adlani versucht der 1. FC Nürnberg, sein Spiel weiterzuentwickeln.

In der vergangenen Saison war der Club eines der ausgeprägtesten Umschaltteams der Bundesliga. Nürnberg hatte den geringsten Ballbesitz der Liga und suchte nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorne. Besonders Nastassja Lein profitierte davon: Mit elf Bundesligatoren war sie die erfolgreichste Nürnberger Torschützin.

Adlani will diese Mannschaft nun variabler machen. Nürnberg soll mutiger mit Ball agieren, längere Ballbesitzphasen entwickeln und den Gegner früher unter Druck setzen. Die Grundstruktur ist dabei relativ klar.

Zuletzt spielte Nürnberg aus einer Viererkette mit Laura Miller und Jonna Brengel beziehungsweise Charline Coutel im zentralen Mittelfeld. Davor bilden Nastassja Lein, Emőke Pápai und Lara Meroni eine flexible offensive Dreierreihe, während Louna Lapassouse die höchste Position besetzt.

Auf dem Papier lässt sich das als 4-2-3-1 lesen. Gegen den Ball kann daraus ein 4-4-1-1 oder 4-4-2 werden. Entscheidender als die genaue Bezeichnung der Formation sind jedoch die Abläufe.

Nürnberg versucht inzwischen häufiger, die erste Pressinglinie spielerisch zu überspielen. Innenverteidigerin Alexsandra Lobanova gibt dem Aufbau zusätzliche Qualität, davor sollen Miller und Coutel beziehungsweise Brengel Verbindungen herstellen.

Gelingt dieser erste Schritt nicht, bleibt der direkte Ball nach vorne aber weiterhin ein wichtiges Mittel. Und genau dort liegt Nürnbergs größte Gefahr.

Mit Lein, Pápai, Meroni und Lapassouse besitzt der Club mehrere Spielerinnen, die nach Ballgewinnen sofort Tiefe herstellen können. Nürnberg braucht deshalb nicht zwingend lange Ballbesitzphasen, um gefährlich zu werden.

Das zeigte sich auch gegen Hoffenheim. Die TSG kontrollierte über weite Strecken den Ball und drängte Nürnberg tief in die eigene Hälfte. Trotzdem kam der Club zu gefährlichen Situationen: Ein Abstoß von Lourdes Romero wurde direkt ins Zentrum gespielt, Meroni leitete weiter, Außenverteidigerin Marie Bleil schob nach – wenige Sekunden später war Nürnberg im gegnerischen Strafraum.

Genau solche Angriffe sind typisch für die Gefahr des FCN: wenige Kontakte, schneller Raumgewinn, sofortiger Zug nach vorne. Für Union bedeutet das: Ballbesitz allein wird gegen Nürnberg kein Qualitätsmerkmal sein. Entscheidend wird sein, was hinter dem Ball passiert.

Wenn die Außenverteidigerinnen hoch stehen und gleichzeitig viele Spielerinnen vor dem Ball positioniert sind, darf Nürnberg nach Ballgewinnen nicht die erste vertikale Verbindung finden. Die neue Nürnberger Spielidee bringt gleichzeitig Risiken mit sich.

Der Club möchte höher verteidigen und aktiver pressen als noch in der vergangenen Saison. Wird diese erste Linie überspielt, entstehen dahinter Räume. Das könnte Union entgegenkommen.

Gerade das Spiel in Stuttgart hat gezeigt, wie gefährlich die Mannschaft werden kann, wenn sie nach überspieltem Druck Tempo aufnehmen kann. Die rechte Seite entwickelte dort mit Tomke Schneider und Jill Janssens eine enorme Dynamik. Gleichzeitig kann Lia Kamber aus dem Zentrum genau jene Räume attackieren, die entstehen, wenn ein gegnerisches Mittelfeld nach vorne verteidigt.

Nürnberg stellt Union deshalb vor eine interessante Entscheidung: Wie viel Risiko nimmt die Mannschaft im eigenen Aufbau?

Denn einerseits bietet das Nürnberger Pressing Räume hinter der ersten Linie. Andererseits gehört das Umschalten nach Ballgewinnen weiterhin zu den gefährlichsten Elementen des Clubs.

Es könnte deshalb weniger darum gehen, möglichst viel Ballbesitz zu sammeln, sondern Nürnberg immer wieder bewusst aus seiner Ordnung zu ziehen – und anschließend die Räume hinter dem ersten Druck zu bespielen.

Form & Zahlen

Die Lage vor dem Spiel

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1. FC Union BerlinLigaspiele · letzte 5
NNSSS
Platz
9
Punkte
9
Spiele
7
Tore
10:12
Bilanz
3-0-4
Torverhältnis
-2
6bf8a2f6 8613 4e6a bfbe 7dd8eaba8845?ts=0&s=eTd1hXaRNl VNVlfCsNhiG
NürnbergLigaspiele · letzte 5
UUNNN
Platz
13
Punkte
2
Spiele
6
Tore
9:21
Bilanz
0-2-4
Torverhältnis
-12

Form- und Wettbewerbsdaten: DFB Datencenter · interne Leistungswerte: Schlosserinnen-Spielcenter.

Die Saison in Zahlen

So spielt Union

Bundesliga · Durchschnitt vor diesem Spiel

Gespielte Pässe 441 Pässe / Spiel Aus 6 Ligaspielen
Ballbesitz 54,5% im Schnitt Aus 6 Ligaspielen
Passquote 80,0% angekommene Pässe Aus 6 Ligaspielen
Abschlüsse 16,2 Schüsse / Spiel Aus 6 Ligaspielen
Erwartete Tore 1,51 xG / Spiel Aus 6 Ligaspielen
Ballkontakte 664 pro Spiel Aus 6 Ligaspielen

Quelle: Schlosserinnen-Spielcenter · Stand vor dem Anstoß

Drei Fragen für den Spieltag

Darauf kommt es an

1

Wie löst Union Nürnbergs ersten Druck?

Nürnberg möchte unter Adlani höher und mutiger verteidigen. Genau darin könnte aber auch eine Chance liegen. Gelingt es Union, die erste Pressinglinie sauber zu überspielen, öffnen sich Räume vor der Nürnberger Abwehr. Nach dem überzeugenden Spiel in Stuttgart wird deshalb interessant, ob Union erneut über wenige Kontakte Tempo entwickeln kann. Nicht Ballbesitz um des Ballbesitzes willen – sondern die Qualität nach dem Überspielen des ersten Drucks könnte entscheidend werden.

2

Wie gut ist Unions Restverteidigung

Nürnbergs alte Stärke ist nicht verschwunden. Nach Ballgewinnen sucht der Club weiterhin schnell den Weg nach vorne. Lein, Pápai und Meroni können sofort Tiefe herstellen, Lapassouse bietet eine zentrale Anspielstation. Gerade wenn Union das Spiel kontrolliert und die Außenverteidigerinnen hoch positioniert, wird deshalb die Absicherung hinter dem Angriff entscheidend. Die wichtigste Nürnberger Chance könnte nicht aus eigenem Ballbesitz entstehen – sondern aus einem Unioner Ballverlust.

3

Union kommt näher ans Tor

Union kommt nicht einfach häufiger nach vorne – die Angriffe führen inzwischen viel öfter bis in den Strafraum. In den ersten drei Ligaspielen hatte Union dort durchschnittlich 18,7 Aktionen pro Spiel, in den vergangenen drei waren es 31,3 – ein Plus von 68 Prozent. Gleichzeitig ist die Zahl der Angriffe ins letzte Drittel kaum gestiegen. Heißt: Union kommt nicht viel öfter nach vorne. Aber wenn, dann deutlich weiter.

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