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Perfect Match auf rechts? Was hinter Unions 4:0 in Stuttgart steckt

Wie Tomke Schneider und Jill Janssens Unions Spiel verändern könnten

Vier Tore, kein Gegentor, dritter Pflichtspielsieg in Folge. Doch Unions 4:0 beim VfB Stuttgart war viel weniger eindeutig, als das Ergebnis vermuten lässt. Dafür zeigte sich etwas anderes umso deutlicher: Mit Tomke Schneider und Jill Janssens könnte auf der rechten Seite gerade ein Duo entstehen, das dem Spiel der Unionerinnen eine neue Dimension gibt.

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Foto: 1. FC Union Berlin

Ein 4:0 ist ein Ergebnis, das einem Fußballspiel im Nachhinein gern die Zwischentöne raubt.

Vier Tore geschossen, keines bekommen – das klingt nach 90 Minuten Kontrolle, nach einem Gegner ohne Antworten und nach einem Nachmittag, an dem sich eine Mannschaft irgendwann nur noch aussuchen musste, wie hoch sie gewinnt. Wer das Spiel des 1. FC Union Berlin in Stuttgart gesehen hat, weiß: So war es nicht.

Der VfB hatte mit knapp 54 Prozent mehr Ballbesitz und gab mit 21 sogar mehr Abschlüsse ab als Union. Stuttgart kam zu Phasen, in denen Berlin arbeiten musste, und noch unmittelbar vor dem 0:3 lag der Anschlusstreffer in der Luft. Das Ergebnis lügt nicht. Aber es glättet. 

Auf der anderen Seite stehen neun Berliner Schüsse aufs Tor, 2,10 Expected Goals und 33 Ballkontakte im gegnerischen Strafraum. Union hatte also nicht zwingend mehr vom Spiel – aber zunehmend mehr von den Räumen, in denen Spiele entschieden werden. Und genau dort beginnt die eigentlich interessante Geschichte dieses 4:0.

Wie wurde aus einem Spiel, in dem Union zunächst kaum Tiefe fand, eines mit 33 Berliner Strafraumkontakten?

Wenn das letzte schon das Tor des Monats war – was war dann das?

Die ersten 20 Minuten liefern darauf noch keine Antwort. Stuttgart hält seine Abstände eng, schließt die direkten Wege durch das Zentrum und zwingt Union immer wieder zu Aktionen vor oder neben der eigenen Ordnung. Beide Mannschaften kommen zunächst kaum gefährlich zum Abschluss. Erst in der 23. Minute trifft Jill Janssens aus spitzem Winkel das Außennetz. 

Dann kommt Samantha Steuerwald.

Aus großer Entfernung fällt ihr der Ball vor die Füße. Steuerwald nimmt Maß, zieht ab – und jagt ihn derart präzise in den linken Winkel, dass die taktische Analyse für einen Moment warten darf. 
Es ist ein unglaubliches Tor. Und vor allem: schon wieder.

Gerade einmal zwei Wochen zuvor hatte Steuerwald gegen Leipzig einen ähnlich absurden Treffer erzielt. Volley aus der Distanz, Winkel. Ein Tor, das inzwischen tatsächlich für die Wahl zum Tor des Monats September nominiert ist. Steuerwald steht bei der Sportschau mit Tor Nummer zwei zur Wahl. 

Link zur Sportschau-Abstimmung: Für Samantha Steuerwald beim Tor des Monats September abstimmen⁠

Was aber ist dann das hier?

Tor des Jahrzehnts?

Ganz so weit müssen wir vielleicht noch nicht gehen. Aber zwei solcher Treffer innerhalb von zwei Wochen sind selbst für eine Offensivspielerin außergewöhnlich. Bei einer Innenverteidigerin wird es langsam unverschämt.

In Stuttgart ist Steuerwalds zweiter Geniestreich zudem nicht nur schön. Er löst ein Problem, für das Union bis dahin keine besonders überzeugende Lösung gefunden hatte. Stuttgart hält Berlin aus den gefährlichen Räumen heraus. Steuerwald überspringt dieses Problem einfach. Wenn kein Weg durch die Ordnung führt, kann man den Ball offenbar auch aus 25 oder 30 Metern in den Winkel schießen.

Und der Treffer verändert mehr als nur den Spielstand. Stuttgart kann das Spiel nun nicht dauerhaft aus derselben kompakten Ausgangslage bestreiten. Je länger die Berliner Führung Bestand hat, desto stärker wächst der Zwang, selbst aktiver zu werden. Tatsächlich beschreibt auch Union, dass Stuttgart nach dem Gegentor aktiver wurde. 

Das 0:1 ist deshalb noch nicht die Erklärung für das, was nach der Pause auf der rechten Seite passiert. Aber es verändert eine wichtige Voraussetzung: Stuttgart kann sich nicht für immer darauf beschränken, Berlin die Räume zu nehmen.

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Nach der Pause verändert sich etwas

Die taktisch spannendste Phase dieses Spiels beginnt nach der Halbzeit. Und dafür braucht Marie-Louise Eta zunächst nicht einmal einen Wechsel.

Union kommt mit denselben elf Spielerinnen zurück und entwickelt deutlich mehr Zug zum Tor. Besonders auf der rechten Seite bekommt Stuttgart nun Probleme. In der 51. Minute nimmt Berlin dort Tempo auf: Tomke Schneider schickt Jill Janssens in die Tiefe, deren Hereingabe Lina Hausicke aus kurzer Distanz zum 2:0 einköpft. Der VfB beschreibt die Entstehung des Treffers selbst genau in dieser Reihenfolge. 

Es lohnt sich deshalb, bei diesem Angriff nicht nur auf Janssens und ihre Vorlage zu schauen. Sondern auf die Spielerin hinter ihr.

Perfect Match auf rechts?

Vielleicht ist es nach zwei gemeinsamen Ligaspielen in dieser Konstellation noch zu früh für das Wort Traumduo.

Perfect Match? Darüber können wir langsam reden.

Denn Tomke Schneider und Jill Janssens scheinen sich auf dieser rechten Seite auf eine Weise zu ergänzen, die mehr ist als die übliche Verbindung zwischen Außenverteidigerin und Flügelspielerin.

Schneider gibt dieser Seite etwas aus der Tiefe. Sie bleibt bei eigenem Ballbesitz nicht einfach dort stehen, wo eine Rechtsverteidigerin laut Aufstellungsgrafik zu stehen hat. Sie kann nachschieben, Raum mit Ball überwinden und damit die erste gegnerische Zuordnung verändern.

Und genau dann wird Janssens interessant.

Bleibt ihre Gegenspielerin bei ihr, bekommt Schneider die Möglichkeit, selbst weiter nach vorne zu kommen. Reagiert sie auf die nachrückende Außenverteidigerin, kann Janssens die nächste Ebene attackieren. Muss wiederum eine Spielerin aus der letzten Linie reagieren, verändern sich die Abstände im Zentrum.

Beim 2:0 lässt sich diese Kettenreaktion besonders gut beobachten.

Schneider bringt die erste Zuordnung in Bewegung. Janssens attackiert die nächste Ebene. Hausicke kommt in den Raum, der danach entsteht.

Schneider auf Janssens, Janssens auf Hausicke – Tor.

Die Hereingabe von Janssens ist damit nur der letzte Teil eines Angriffs, dessen eigentlich interessante Bewegung eine Position weiter hinten begonnen hat.

Vielleicht liegt genau darin der Grund, warum diese Kombination so vielversprechend wirkt: Schneider und Janssens brauchen nicht denselben Raum, um gemeinsam gefährlich zu werden.

Sie öffnen ihn füreinander.

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Was unterscheidet Schneider und Janssens in Zahlen?

In der Schlosserinnen-Statistikzentrale lassen sich beide Spielerinnen direkt miteinander vergleichen – absolut oder pro 90 Minuten.

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Und das ist kein Stuttgarter Zufallsfund

Ein einzelner gelungener Spielzug wäre noch keine Geschichte. Nur haben Schneider und Janssens diese Geschichte bereits gegen Leipzig angefangen zu erzählen. Auch dort tauchte dasselbe Grundprinzip auf: Schneider konnte aus der letzten Linie nachschieben, Janssens vor ihr Höhe und Tiefe besetzen. Die Bewegungen waren nicht identisch – und genau das macht diese Verbindung interessant.

Es geht weniger um einen einstudierten Laufweg, der immer wieder abgespult wird, als um die Beziehung zwischen zwei Positionen. Mal kommt Schneider aus der Tiefe. Mal geht Janssens. Mal bindet eine Spielerin eine Gegenspielerin, während die andere den nächsten Raum besetzt. Die Rollen können sich innerhalb eines Angriffs verändern, ohne dass Union dafür Personal oder Grundordnung verändern muss. Das ist der Punkt, an dem aus zwei Spielerinnen auf derselben Seite langsam ein Duo wird.

Denn ein Perfect Match im Fußball entsteht nicht dadurch, dass zwei Spielerinnen dasselbe besonders gut können. Es entsteht, wenn die Bewegung der einen die Stärke der anderen freilegt. Und bei Schneider und Janssens könnte Union gerade genau so eine Verbindung gefunden haben.

Zwei Spiele sind zu wenig, um daraus schon ein fertiges Traumduo zu machen. Aber vielleicht gerade genug, um beim Entstehen eines solchen genauer hinzusehen.

Schneider verändert mehr als nur ihre eigene Position

Und hier wird es für Unions Spiel grundsätzlich interessant. Denn wenn Schneider nach vorne schiebt, bewegt sich nicht einfach eine Außenverteidigerin zehn oder 20 Meter weiter nach vorn. Ihre Bewegung verändert gleichzeitig die Aufgaben der Spielerinnen um sie herum.

Janssens bekommt andere Laufwege. Eine gegnerische Außenspielerin muss entscheiden, wem sie folgt. Die letzte Linie muss gegebenenfalls reagieren, während sich im Zentrum die Abstände verändern. Genau deshalb wäre es zu wenig, Schneider in solchen Situationen nur danach zu beurteilen, ob am Ende eine Flanke oder ein Assist in ihrer persönlichen Statistik steht. Ihre spannendsten Aktionen können jene sein, nach denen jemand anderes plötzlich Platz hat. Das 2:0 ist dafür fast das perfekte Beispiel.

Denn während Stuttgart auf Schneider und Janssens reagieren muss, passiert im Zentrum etwas, das ebenfalls immer interessanter wird. Lina Hausicke kommt.

Hausicke wartet nicht im Strafraum. Sie kommt hinein.

Drei Abschlüsse. Drei aufs Tor. Zwei Tore.

Lina Hausicke spielt in Stuttgart keine Mittelstürmerin. Am Ende liest sich ein Teil ihrer Statistik trotzdem wie die einer Torjägerin. Das ist kein Widerspruch. Es ist ihr Timing.

Beim 2:0 steht Hausicke nicht minutenlang zwischen den Innenverteidigerinnen und wartet auf eine Flanke. Sie stößt in den Strafraum, während Stuttgart bereits auf den Angriff über rechts reagieren muss. Beim 4:0 passiert etwas Ähnliches. Dina Orschmann legt zurück, Hausicke taucht erneut dort auf, wo es weh tut. Ihr zweiter Treffer fällt in der 83. Minute. 

Für eine Abwehr ist das unangenehmer als eine Spielerin, die bereits im Strafraum wartet. Eine feste Gegenspielerin kann früh aufgenommen werden. Eine Mittelfeldspielerin, die erst während des Angriffs in die Box kommt, muss dagegen gefunden werden – und zwar in einem Moment, in dem bereits andere Probleme zu lösen sind.

Vielleicht sind Hausickes zwei Tore deshalb auch die beste Fortsetzung der Schneider-Janssens-Geschichte: Union bekommt nicht einfach mehr Spielerinnen nach vorne. Die Mannschaft schafft Situationen, in denen diese Spielerinnen zu unterschiedlichen Zeitpunkten in gefährlichen Räumen auftauchen.

33 Strafraumkontakte statt eines bisherigen Saisonschnitts von 25 sind dann nicht einfach acht mehr.

Sie sind ein Hinweis darauf, dass Union beginnt, die Box mit anderen Bewegungen zu besetzen.

Die Freiheit nach vorn hat ihren Preis

So überzeugend diese Mechanismen nach der Pause funktionieren, sie erzählen allerdings nur die eine Hälfte der Geschichte.

Denn wenn Schneider nach vorne schiebt, Janssens die Tiefe attackiert und zusätzlich Hausicke aus dem Zentrum in den Strafraum stößt, muss Union diese Bewegungen hinter dem Ball absichern. Je offensiver die eigene Staffelung wird, desto größer können nach Ballverlusten die Räume werden.

Der frei werdende Raum muss dabei nicht automatisch zum Problem werden. Entscheidend ist, ob Zentrum und Innenverteidigung rechtzeitig nachschieben, die Abstände verkürzen und einen möglichen Ballverlust absichern. Genau darin liegt die Kehrseite dieses offensiveren Spiels: Die Bewegungen, die Union vorne schwerer ausrechenbar machen, erhöhen gleichzeitig die Anforderungen an die Restverteidigung.

Stuttgart bekommt nach gut einer Stunde wieder besseren Zugriff. Nico Schneck reagiert mit einem Dreifachwechsel, Verena Wieder kommt ins Spiel und bringt Geschwindigkeit und Tiefe – und plötzlich muss Nadine Böhi Situationen lösen, die das 4:0 im Nachhinein beinahe vollständig aus der Erinnerung radiert. 

Zweimal kommt Wieder gefährlich hinter die Berliner Linie, zweimal steht Böhi ihr gegenüber. In der 65. Minute verhindert Unions Torhüterin den Anschlusstreffer, in der 72. Minute gewinnt sie das Duell erneut. Das sind keine Nebenszenen eines deutlichen Sieges. Sie gehören zur Erklärung dieses Spiels.

Denn Unions zusätzliche Möglichkeiten nach vorne gibt es nicht kostenlos. Und ausgerechnet die zweite Parade führt zu jener Spielminute, in der sich die gesamte Partie verdichtet. Stuttgart ist beim Stand von 0:2 nur eine Aktion davon entfernt, das Spiel wieder zu öffnen. Böhi hält. Praktisch im Gegenzug schaltet Union um, Janssens bekommt auf rechts den Raum, zieht an ihrer Gegenspielerin vorbei und hämmert den Ball unter die Latte. Statt 1:2 steht es 0:3. 

Interessant ist dabei, dass Janssens wieder genau dort auftaucht, wo sie schon beim zweiten Tor gefährlich geworden war. Nur ist der Raum diesmal auf völlig andere Weise entstanden.

Beim 2:0 musste Union Stuttgart noch bewegen. Schneider rückte aus der letzten Linie nach, veränderte die Zuordnung und Janssens konnte die dadurch entstehende Situation attackieren. Beim 3:0 ist diese Vorarbeit nicht mehr notwendig. Stuttgart jagt selbst dem Anschlusstreffer hinterher, steht höher und kann nach dem Ballverlust nicht mehr rechtzeitig in jene kompakte Ordnung zurückkehren, die Union zu Beginn so viele Probleme bereitet hatte.

Beim 2:0 öffnet Union Stuttgart. Beim 3:0 öffnet Stuttgart sich selbst.

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Dass Union beides erkennt, ist vielleicht wichtiger als die vier Tore selbst.

Denn genau an dieser Stelle lässt sich auch Eileen Campbells Leistung besser einordnen. Ihre sechs gewonnenen Zweikämpfe und acht Balleroberungen sind nicht einfach defensive Begleitstatistiken einer Offensivspielerin. In einem Spiel, das nach der Pause immer offener wird, sind solche Aktionen die Momente, in denen Verteidigen und Angreifen ineinander übergehen.

Union braucht jetzt nicht mehr zehn oder zwölf Pässe, um Stuttgart auseinanderzuziehen. Manchmal reicht eine gewonnene Aktion, weil der Gegner den Raum bereits freigegeben hat.

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Das Ergebnis ist deutlicher als das Spiel – aber nicht zufällig

Deshalb erzählt das 4:0 am Ende gleichzeitig zu viel und zu wenig über diesen Nachmittag.

Zu viel, weil Stuttgart keineswegs vier Tore schlechter war. Der VfB hatte 53,6 Prozent Ballbesitz, gab 21 Abschlüsse ab und besaß gerade nach seinen Wechseln eine Phase, in der das Spiel durchaus noch einmal hätte kippen können. Zu wenig, weil der Blick auf das bloße Ergebnis verdeckt, wie unterschiedlich Union zu seinen gefährlichen Situationen kam.

Die Berlinerinnen brachten neun ihrer 18 Abschlüsse aufs Tor, Stuttgart nur vier. Union produzierte 2,10 Expected Goals und kam 33-mal an den Ball im gegnerischen Strafraum.

Das war keine 90-minütige Machtdemonstration. Es war etwas anderes: Union fand im Verlauf des Spiels immer passendere Lösungen für die Räume, die Stuttgart anbot – oder eben noch nicht anbot.

Zu Beginn waren diese Räume kaum vorhanden. Steuerwald löste das Problem mit einem Schuss, für den taktische Konzepte ohnehin nur bedingt zuständig sind. Gleichzeitig veränderte ihre Führung den Spielzustand: Stuttgart konnte nicht dauerhaft in jener kompakten Ausgangslage bleiben, die Union zunächst so wenig angeboten hatte.

Nach der Pause begann Berlin, die Stuttgarter Ordnung selbst stärker zu verändern. Schneider schob aus der letzten Linie nach vorne, Janssens nutzte die Bewegung vor ihr, Hausicke kam aus dem Zentrum in die Box. Als Stuttgart anschließend selbst offensiver werden musste, veränderte sich die Aufgabe erneut. Jetzt musste Union die Räume nicht mehr herstellen, sondern nur noch erkennen und bespielen.

Gerade deshalb wäre „Union war eiskalt“ als Erklärung für dieses 4:0 zwar nicht falsch, aber ziemlich langweilig. Denn Effizienz beschreibt das Ergebnis dieser Angriffe. Sie erklärt nicht ihre Entstehung.

Und damit führt die Analyse am Ende wieder zu jener rechten Seite zurück, die vielleicht die spannendste Geschichte dieses Nachmittags geschrieben hat.

Tomke Schneider und Jill Janssens haben erst zwei Ligaspiele in dieser Rollenverteilung absolviert. Das ist viel zu wenig, um ihnen bereits das Etikett Traumduo aufzukleben. Aber es reicht, um eine Verbindung zu erkennen, die gegen Leipzig auffällig wurde und in Stuttgart bereits ein Spiel mitprägte.

Dabei ist gerade interessant, dass beide nicht deshalb zusammenpassen, weil sie dasselbe tun. Das Gegenteil ist der Fall.

Schneider kann aus der Tiefe eine gegnerische Ordnung in Bewegung bringen, während Janssens genau die Dynamik besitzt, den dadurch entstehenden Raum sofort zu attackieren. Und weil ihre Rollen nicht bei jedem Angriff identisch verteilt sind, kann der Gegner sich nicht einfach auf einen wiederkehrenden Laufweg einstellen. Vielleicht ist Perfect Match deshalb tatsächlich die passendere Beschreibung.

Nicht als fertiges Urteil nach zwei Spielen, sondern als etwas, dessen Entstehung man gerade beobachten kann. Das 4:0 von Stuttgart wird in der Statistik irgendwann als deutlicher Auswärtssieg stehen. Steuerwalds nächstes Traumtor wird in jedem Saisonrückblick auftauchen. Hausickes erster Doppelpack für Union ebenfalls.

Für die weitere Entwicklung dieser Mannschaft könnte aber etwas anderes wichtiger gewesen sein: dass Union auf seiner rechten Seite gerade zwei Spielerinnen gefunden haben könnte, deren Stärken sich nicht nur ergänzen – sondern gegenseitig größer machen.

Vier Tore, Böhis Paraden, Steuerwalds nächster Traumtreffer, Hausickes Doppelpack und Janssens mit Tor und Vorlage: Diesmal dürfte die Wahl besonders schwerfallen.


Bei den Schlosserinnen Top 3 entscheidet ihr wieder selbst: 🔧🔧🔧 für Platz eins, 🔧🔧 für Platz zwei und 🔧 für Platz drei. Die Community-Wertung fließt in den Saisonstand ein. 

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