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Vorbericht Union gegen Hoffenheim

Bundesliga · 9. Spieltag
Vor dem Spiel

Vorbericht Union gegen HoffenheimHoffenheim unter Druck – und mit einer echten Gefahr

Drei Ligasiege hatten Hoffenheim nach dem Fehlstart wieder auf Kurs gebracht. Dann folgten ein 0:3 in Bremen und ein 0:8 im Pokal in Wolfsburg. Die Ergebnisse erzählen von einer Mannschaft, die unter Druck ins Wanken geraten kann – aber auch von einer TSG, die mit Laia Martret eine der auffälligsten Vorbereiterinnen der Liga hat.

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Sonntag08. November 2026
Anstoß14:00 Uhr
Stadion An der Alten FörstereiBerlin
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Analyse

Die Ausgangslage

Das 0:8 in Wolfsburg ist der jüngste und auffälligste Teil von Hoffenheims Saison – aber es erklärt die TSG nicht allein. Nach vier Niederlagen zum Ligastart gewann die Mannschaft von Eva-Maria Virsinger gegen Wolfsburg, Nürnberg und Mainz dreimal nacheinander. Es folgten das 0:3 in Bremen und nun das Pokalaus. Hoffenheim steht vor diesem Spiel mit neun Punkten auf Rang zehn, Union mit zehn Zählern auf Platz acht.

Mit Ball: eine klare Grundordnung, aber unterschiedliche Lösungen

In den jüngsten Ligaspielen begann Hoffenheim im 4-3-3. Die Formation allein sagt allerdings wenig über die Spielweise aus: Virsinger hat im DFB-Interview betont, dass sie nicht auf ein System festgelegt ist. Sie will mutig und aktiv spielen lassen und der Mannschaft je nach Gegner die passende Lösung geben.

Im Angriff ist die TSG am gefährlichsten, wenn sie ihre rechte Seite ins Spiel bekommt. Laia Martret kann dort aus dem Flügel nach innen ziehen, Flanken schlagen oder mit einem Pass die letzte Linie überspielen. Ihre fünf Vorlagen nach acht Ligaspielen sind kein abstrakter Saisonwert: Sie bereitete gegen Nürnberg beide Treffer vor, legte gegen Wolfsburg den Siegtreffer von Chiara Hahn auf und schickte Janna Grimm gegen Mainz mit einem Pass in die Tiefe zum Ausgleich. Hoffenheims Angriffe laufen also häufig über Martrets Entscheidung am Ball – Flanke, Hereingabe oder vertikaler Pass.

Dahinter und daneben rücken Spielerinnen wie Janna Grimm in Abschlussräume nach. Grimm traf beim 3:1 gegen Mainz zweimal: einmal nach Martrets Zuspiel in die Tiefe, einmal mit einem wuchtigen Schuss aus der Distanz. Auch beim ersten Saisonsieg gegen Wolfsburg leitete sie mit einem Ballgewinn den Führungstreffer ein. Das macht sie zu mehr als einer offensiven Mittelfeldspielerin, die auf den letzten Pass wartet: Sie kann selbst Bälle erobern, Angriffe beschleunigen und als zweite Welle abschließen.

In der Spitze bietet Svenja Fölmli eine weitere Gefahr. Sie traf in Nürnberg per Kopf nach einer Hereingabe Martrets und kommt nach acht Ligaspielen auf zwei Tore und zwei Vorlagen. Chiara Hahn ist ebenfalls eine Spielerin, die Union im Strafraum nicht aus dem Blick verlieren darf: Sie erzielte drei Ligatore, darunter beide Treffer beim 2:1 gegen Wolfsburg. Hahn kann aus dem Lauf in den Strafraum kommen und selbst abschließen. Die TSG ist daher nicht allein von Martrets Flanken oder einer festen Mittelstürmerin abhängig.

Wo Hoffenheim angreifbar wird

Die jüngsten Niederlagen liefern konkrete Hinweise auf Probleme im Spielaufbau und nach Ballverlusten. Gegen Mainz kam Hoffenheim zunächst kaum konstruktiv nach vorne. Das 0:1 fiel nach einem Fehlpass im eigenen Aufbau; Mainz störte die TSG anschließend wiederholt und kam zu weiteren Abschlüssen. Gegen Werder hatte Hoffenheim laut Virsinger zwar längere Phasen Kontrolle, erspielte daraus aber zu wenige klare Chancen. Schlechte Entscheidungen in Umschaltmomenten machten die Partie wild – genau das kam Bremen entgegen.

Wolfsburg setzte diesen Druck im Pokal noch konsequenter fort. Der VfL störte Hoffenheims Aufbau hoch und aggressiv, übernahm früh die Kontrolle und führte nach 25 Minuten bereits 4:0. Drei Wolfsburger Tore fielen nach Ecken. Das 0:8 ist ein Extremresultat; die wiederkehrende Beobachtung ist aber konkreter: Wenn Hoffenheim die ersten Pässe nicht sauber anbringen kann und der Gegner nach Ballgewinnen sofort nachsetzt, gerät die Mannschaft in kurze, hektische Aktionen.

Auch in der Liga gab es Hinweise auf verwundbare Momente nach eigenen Ballverlusten. Frankfurts später Führungstreffer zum 3:2 entstand nach einem Hoffenheimer Ballverlust in der eigenen Hälfte. Gegen Mainz fiel der Gegentreffer ebenfalls nach einem Fehlpass im Aufbau. Das ist kein Beleg für einen dauerhaft unsicheren Spielaufbau, aber ein wiederkehrender Risikomoment: Verliert Hoffenheim den Ball nahe am eigenen Strafraum, kann der Gegner schnell in eine gefährliche Abschlussposition kommen.

Was Union daraus machen kann

Union sollte Hoffenheim nicht einfach dauerhaft anlaufen. Das wäre riskant, wenn die TSG den ersten Druck überspielt und Martret oder Grimm mit dem Gesicht zum Tor findet. Sinnvoller wären klare Pressingauslöser: etwa ein Rückpass, ein unsauberer erster Kontakt oder ein Zuspiel auf eine Spielerin, die mit dem Rücken zum Feld steht. Dann muss Union gemeinsam verschieben und vor allem die Verbindung ins Zentrum schließen.

Gelingt es, Hoffenheim nach außen zu lenken und dort den Ball zu gewinnen, sollte der erste Pass nach vorne die Räume hinter dem Mittelfeld suchen. Die TSG hat selbst gezeigt, dass sie nach Ballgewinnen schnell umschalten kann; Union muss deshalb beim eigenen Angriff die Absicherung hinter dem Ball mitdenken. Der Schlüssel ist nicht maximaler Druck um jeden Preis, sondern ein Zugriff, der einen klaren Anschluss nach vorne ermöglicht und Hoffenheims gefährliche erste Pässe verhindert.

Unions Chancen liegen damit in zwei Momenten: beim abgestimmten Druck auf Hoffenheims Aufbau und unmittelbar nach einem eigenen Ballgewinn. Im eigenen Strafraum braucht es zugleich besondere Aufmerksamkeit für Martrets Hereingaben und die nachrückenden Spielerinnen. Hoffenheims jüngste Niederlagen machen die TSG verwundbar, ihre drei Ligasiege davor zeigen aber, dass ein Rückstand oder eine schwierige Phase sie nicht automatisch aus dem Spiel nimmt.

Form & Zahlen

Die Lage vor dem Spiel

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1. FC Union BerlinLigaspiele · letzte 5
NSSSU
Platz
8
Punkte
10
Spiele
8
Tore
14:16
Bilanz
3-1-4
Torverhältnis
-2
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TSG 1899 HoffenheimLigaspiele · letzte 5
NSSNS
Platz
10
Punkte
9
Spiele
8
Tore
11:15
Bilanz
3-0-5
Torverhältnis
-4

Form- und Wettbewerbsdaten: DFB Datencenter · interne Leistungswerte: Schlosserinnen-Spielcenter.

Die Saison in Zahlen

So spielt Union

Bundesliga · Durchschnitt vor diesem Spiel

Gespielte Pässe 444 Pässe / Spiel Aus 8 Ligaspielen
Ballbesitz 56,4% im Schnitt Aus 8 Ligaspielen
Passquote 79,8% angekommene Pässe Aus 8 Ligaspielen
Abschlüsse 17,8 Schüsse / Spiel Aus 8 Ligaspielen
Erwartete Tore 1,58 xG / Spiel Aus 8 Ligaspielen
Balleroberungen 46,6 pro Spiel Aus 7 Ligaspielen

Quelle: Schlosserinnen-Spielcenter · Stand vor dem Anstoß

Drei Fragen für den Spieltag

Darauf kommt es an

1

Ein Rückstand bringt Hoffenheim nicht sofort aus dem Spiel

Gegen Nürnberg drehte Hoffenheim ein 0:1 noch in einen Sieg. Auch gegen Mainz geriet die TSG zunächst in Rückstand und gewann 3:1. Das 0:8 in Wolfsburg ist ein massiver Rückschlag, sollte aber nicht dazu verleiten, Hoffenheim bei einem frühen Gegentor schon abzuschreiben.

2

Vorsicht: Der Start nach der Pause ist wichtig

Gegen Werder fiel das 0:2 direkt nach dem Wiederanpfiff; Hoffenheim fand danach nicht mehr zurück. In Nürnberg lief es umgekehrt: Svenja Fölmli traf in der 49. Minute zum Ausgleich, später drehte die TSG das Spiel. Für Union wird der Beginn der zweiten Halbzeit deshalb ein wichtiger Konzentrationsmoment.

3

Von der Bank kann sofort Gefahr kommen

Beim 3:1 gegen Mainz wurde Nadine Bitzer in der 82. Minute eingewechselt und traf zwei Minuten später. Janna Grimm legte in der Nachspielzeit nach. Union muss deshalb auch nach eigenen guten Phasen aufmerksam bleiben: Hoffenheims offensive Wirkung kann sich durch Wechsel verändern.

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